Asthma

Asthma in antiker und altägyptischer Medizin

Die kardiale "vegetative Dystonie"

von Kamal Sabri Kolta

Krankheitsbild

Das charakteristische Merkmal des Asthma bronchiale ist die anfallsartige Luftnot mit vorwiegend exspiratorischer Ventilationsbehinderung. Das überempfindliche Bronchialsystem reagiert auf unterschiedliche exogene wie endogene Reize, z.B. Staub, kalte Luft, Küchendunst, Auspuffgase, Zigarettenrauch, oder auch auf chemisch-pharmakologische Stimulation. 1 Das Asthma bronchiale geht einher mit der Expektoration eines zähen, schleimigen Sputums. Grundsätzlich gehört das Asthma bronchiale nicht zu den allergischen Krankheiten.

Historischer Überblick

Schon seit Jahrhunderten ist der Begriff "Asthma" mit seinen vielen Erscheinungsformen schwer zu beschreiben und zusammenzufassen. Die meisten früheren Veröffentlichungen bezeichnen diese Krankheit als Kurzatmigkeit. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts lernte man die unterschiedlichsten Erscheinungsformen zu erkennen und zu differenzieren. Allerdings gab es bereits im 17. Jahrhundert brauchbare Beschreibungen des Asthma, z.B. von Thomas Willis (1621-1675) "Krampfkrankheit und Hysterie" mit einem Kapitel über die Atmung. John Floyer (1649-1734) erkannte 1703 die Kontraktion der muskulären Fasern der Bronchien als eine Ursache des Asthmaleidens. Robert Bree (1759-1839), ein praktischer Arzt, wurde durch seine Beschreibung des Asthma bekannt 2. In der Folgezeit konnte René Théophile Hyacinthe Laennec (1781-1826), der Begründer der Auskultationslehre, noch bessere Angaben machen; nach seiner Feststellung wurde das Asthma durch einen Krampf der Bronchialäste hervorgerufen 3.

Bei der Untersuchung der Muskulatur der Bronchien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellte Max Anton Wintrich (1812-1882) die Theorie auf, dass ein Asthmaanfall durch einen Zwerchfellkrampf entsteht. Ludwig Traube (1818-1876) bezeichnete das Asthma als Catarrhus acutissimus pulmonum. Anton Briemer (1827-1892) meinte, dass ein Anfall durch den Krampf der Muskulatur der mittleren und feineren Bronchien verursacht werde und so eine krampfartige Lungenblähung zustande komme. Ernst von Leyden ( 1832 - 1910) vertrat die Meinung, dass die regelmäßig bei dem Asthmasputum auftretenden spitzen Kristalle (Abb. 1), durch ihren mechanischen Reiz den Bronchialkrampf auslösten. Heinrich Curschmann (1864 - 1910) sah sich durch die Entdeckung der sogenannten "Spiralen" (Abb. 2) veranlasst, in einer Bronchiolitis exsudativa das Primäre zu suchen 4.

Asthma in der Antike

Gab es Asthma in der altägyptischen Medizin?

Anschrift des Verfassers:
Dr. Kamal Sabri Kolta
Akademischer Oberrat
Institut für Geschichte der Medizin
der Universität München
Lessingstraße 2
80336 München

Diesen Beitrag in vollem Umfang finden Sie in NATURHEILPRAXIS Nr. 6/99.

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Naturheilpraxis 06/99